Ein kräftiger Schluck aus der Pulle, warum nicht? Arbeitsministerin Ursula von der Leyen sympathisiert mit höheren Löhnen in der Aufschwungphase. Die Gewerkschaften werden es gerne hören. Die IG Metall hatte unlängst bereits das Ende der Bescheidenheit ausgerufen, die Stahlkocher versuchen es derzeit mit einer Tarifforderung von sechs Prozent durchzusetzen.
In der Tat gibt es gute Argumente für höhere Lohnabschlüsse in diversen Branchen. Die Arbeitslosenzahlen haben sich längst nicht so dramatisch entwickelt wie in der Krise befürchtet. Das Argument, erst einmal für Beschäftigungssicherheit statt höherer Löhne zu sorgen, sticht in den meisten Branchen nicht. Der derzeitige Boom im Export beschert vielen schon wieder Überstunden, Leiharbeiter werden eingestellt, dann auch Dauerarbeitsplätze geschaffen.
Immer noch gibt es einige Hunderttausend Kurzarbeiter, die Krise ist also noch nicht überall und vollständig ausgestanden ist. Fraglich ist auch, ob der Aufschwung seine Intensität behält und nachhaltig bleibt. Erste Anzeichen einer nachlassenden Exportdynamik sind Warnzeichen, die es zu berücksichtigen gilt.
Doch ist es nachvollziehbar und begründet, wenn die Arbeitnehmer die Gunst der Stunde in Tarifverhandlungen nutzen wollen. Wo Auftragsbestand und Beschäftigungslage solide sind, sollten die Arbeitgeber mitziehen - sofern denn Tarifverhandlungen anstehen. Zur Wahrheit gehört aber auch: Vorerst stehen nicht allzu viele Tarifverhandlungen in relevanten Branchen an. Und für den öffentlichen Dienst der Länder, der im Herbst in die Tarifrunde startet, gelten andere Regeln – schließlich muss die Schuldenbremse erfüllt werden. Insofern ist das Lob der Lohnerhöhungen derzeit einfach zu singen.
„Ich bin in großer Sorge,
dass mit solchen intoleranten Angriffen
das Verhältnis zwischen Christen und Muslimen in vielen Teilen der Welt gefährdet wird.“
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, über die angekündigte Koran-Verbrennung in den USA