Berlin (dapd-bln). Der Berliner Eisbär Knut soll in den nächsten Tagen wieder weibliche Gesellschaft bekommen. Nach dem Umzug ins Weibchengehege im Berliner Zoo am Montag blieb er zunächst einmal allein. In dieser Woche solle seine Mutter Tosca auf das Gelände ziehen, sagte Bärenkurator Heiner Klös auf dapd-Anfrage am Mittwoch. Tosca sei die verspielteste Bärin im Zoo und werde Knut so die Eingewöhnung erleichtern. Nacheinander werde er dann auch die weiteren Bärenweibchen Nancy und Katjuscha kennenlernen.
Das Thema Paarung bleibt laut Zoo erstmal Nebensache. "Die Fortpflanzungsfrage steht erstmal hinten an", betonte Klös. Für welche der drei Eisbärinnen die Chancen am besten für Paarung stünden, ließ Klös zunächst offen. Es seien viele Variationen möglich, unter ihnen auch Mutter Tosca: "Am Nordpol fragt schließlich auch keiner nach dem Verwandtschaftsgrad."
Knut werde auf die weibliche Gesellschaft vermutlich "genauso schockiert reagieren" wie bei seinem Zusammentreffen mit Gianna, sagte der Fachmann. Mit der jungen Eisbärin aus dem Tierpark Hellabrunn hatte Knut acht Monate lang das Gehege geteilt, bis sie vergangenen Juli nach München zurückkehrte. Gianna hatte dem Knut beim ersten Treffen einen leichten Prankenschlag versetzt, worauf sich der Bär "schmollend" zurückzog.
Knut kam im Dezember 2006 in Berlin zur Welt und wurde von Hand aufgezogen. Die Bilder des Jungtiers gingen um die Welt und bescherten dem Zoo zahlreiche Besucher sowie Einnahmen in Millionenhöhe.